Der Kraftfahrer

“Eine Liebeserklärung auf dem Weg!”

  • In meinem Herzen war schon früh eine sanfte Melodie zu hören – das Knirschen von Reifen auf Asphalt, das leise Brummen eines Motors.

Geboren im Jahr 1962, in einer Zeit, als die Führerscheinklasse 3 noch das Tor zur Freiheit auf vier Rädern bedeutete, habe ich mich schon in jungen Jahren vom Traum des Fahrens verführen lassen.

  • Mein Name ist Jakob Diener, ich bin freiberuflicher Redakteur, Journalist und Kraftverkehrsmeister.
  • Damals bedeutete Klasse 3 nicht nur Pkw, sondern auch das Führen von Lkw bis zu 7,5 Tonnen zulässigem Gesamtgewicht – und sogar Gespanne, je nach Bauart, mit einem Gesamt-Zug Gewicht bis zu 18,75 Tonnen.

“Die Klasse 3 damals und heute”

  • Die alte Führerscheinklasse 3, wie ich sie hatte, ist heute nicht mehr in dieser Form ausgestellt.

Beim Umtausch auf den modernen EU-Scheckkartenführerschein bekommt man stattdessen mehrere Klassen:

  • Unter anderem C1 (für Fahrzeuge bis 7,5 Tonnen) sowie C1E für Kombinationen.
  • Die Umstellung bewahrt einen wichtigen Teil des Bestandsrechts, das vielen Fahrern aus meiner Generation besondere Befugnisse ermöglicht – auch bei Anhängern.

“Erinnerungen an den Anfang meiner Lkw-Karriere!”

  • Ich sehe ihn noch vor mir, Jürgen, guter Freund, für den das Fahren nicht nur ein Job, sondern eine Passion war.

Wir waren auf Tour, als Jürgen zu mir sagte:

  • „Sag mal, hast du nicht Lust, dein Geld als Lkw-Fahrer zu verdienen?“
  • In meinem Inneren hüpfte etwas, doch damals war alles anders:
  • Ich war frisch verheiratet, unser erstes Kind war unterwegs und wir wohnen in Heinsberg Oberbruch.

“Es war nicht der Moment, alles hinter sich zu lassen – und doch spürte ich die Sehnsucht”

Kurz darauf bekam ich eine Chance:

  • Ein kleines Unternehmen in Hückelhoven-Doveren, geführt von einem ehrgeizigen Unternehmer mit fünf Lkw – allesamt 7,5-Tonner mit Plane und Hebebühne.
  • Ich war stolz, Teil dieser kleinen Familie zu sein.
  • Anfangs fuhr ich im Nahverkehr im Kreis Heinsberg, später, nach gut zwei Monaten, durfte ich mit Jürgen nach Essen fahren, um dort bei einem Großunternehmen zu laden.

“So nahm meine Reise als Kraftfahrer ihren Lauf!”

Aufstieg:

“Vom Fahrer zum Kraftverkehrsmeister!”

  • Mit der Zeit wuchs nicht nur mein Können, sondern auch meine Verantwortung.

“Ich schritt voran – vom einfachen Kraftfahrer zum Berufskraftfahrer!”

Dieser Titel steht nicht nur für das reine Fahren:

  • Berufskraftfahrer müssen die Grundqualifikation nach dem Berufskraftfahrer-Qualifikationsgesetz absolvieren.
  • Zu ihrem Alltag gehört das Befördern von Gütern, aber auch das Beaufsichtigen der Ladung, das Einhalten von Ruhezeiten, das Führen der Transportdokumente, das Sichern der Ladung und das verantwortungsvolle Verhalten in Notfällen.

Später strebte ich den nächsten Schritt an:

Der „Kraftverkehrsmeister“.

  • Als geprüfter Meister für Kraftverkehr übernahm ich nicht nur organisatorische Aufgaben – ich plante Fuhrparks, koordinierte Fahrpersonal, war verantwortlich für Wartung, Sicherheit, Einhaltung von Vorschriften und Gefahrgut, und gestaltete aktiv den Wandel im Betrieb mit.
  • Meine Weiterbildung umfasste betriebswirtschaftliches Wissen, technische Kompetenzen und Führung – ein Sprung von der Führung eines Steuer­rads zur Führung von Menschen und Ressourcen.

“Navigieren damals und heute”

  • Früher war das Kartenmaterial mein ständiger Begleiter – die robusten Falk-Karten, ordentlich gefaltet auf dem Beifahrersitz, in dicken Atlanten.
  • Orientierung bedeutete, beim Abzweig innezuhalten, den Daumen auf den Faltenrissen ruhen zu lassen, die Linie zum Zielort zu ziehen und die nächste Ausfahrt zu planen.

“Es war eine sinnliche, taktile Erfahrung, die Geduld und Weitsicht verlangte!”

Heute hingegen lenken hochmoderne Navigationssysteme unseren Weg:

  • GPS-Empfänger verbinden sich mit Satelliten, berechnen Positionen in Echtzeit, schlagen Routen vor, warnen vor Staus, Baustellen oder Geschwindigkeitsbegrenzungen.
  • Karten werden laufend digital aktualisiert, und Sprachführung führt dich sanft über die Straßen – kein Blättern mehr, kein Suchen nach dem richtigen Blatt.

“Der Unfall in Spanien – ein Wendepunkt!”

  • Im Jahr 2019 traf mich das Schicksal.
  • Ich war mit meinem Lkw in Barcelona bei der BASF, um mehrere Fässer Salzsäure zu entladen.

Ich erinnere mich noch genau an die Spannung in der Luft, die Säure in den Röhren, das vorsichtige Hantieren.

  • Ein Fehler genügte, und es geschah.
  • Schwerer Unfall.

Ich überlebte, aber es war ein Moment, in dem mir bewusst wurde, wie gefährlich dieser Beruf sein kann.

  • Salzsäure gehört beim Gefahrguttransport zur Gefahrgutklasse 8 – Ätzende Stoffe.

“Sie wird unter der UN-Nummer 1789 geführt!”

  • Für den Transport müssen Fahrzeuge entsprechend gekennzeichnet werden:
  • Mit dem Gefahrzettel „8“ (korrosiv) und bei überschreitenden Mengen bestimmte Zulassungen und Tafeln.

Reflexion:

“Der Kraftfahrer und das Herz!”

  • Wenn ich heute zurückblicke, erfüllt mich ein warmes Glühen.
  • Der Beruf hat mich gelehrt, Ruhe zu bewahren, Verantwortung zu tragen und jeden Kilometer zu schätzen.

Es war niemals nur das Fahren – es war der Weg, der mich geformt hat.

  • Der Kraftverkehrsmeister in mir koordiniert, plant, organisiert – aber im Kern bin ich noch immer der junge Mann, der sich vom Brummen eines Motors verzaubern ließ.

Ich bin dankbar für jede Erinnerung:

  • Die Falk-Karten auf dem Schoß, die Hebebühne, das Be- und Entladen, die schwierigen Gespräche und die stille Konzentration.
  • Und obwohl der Unfall in Spanien eine dunkle Stunde war, habe ich ihn überstanden.

“Er hat mich verändert, nachdenklicher gemacht – aber nicht gebrochen.“

  • Das Fahren war meine Liebe, und diese Liebe fährt weiter.
Click to rate this post!
[Total: 1 Average: 5]

2 Gedanken zu “Der Kraftfahrer”

  1. Ja, ich merke wie sehr die Sehnsucht an Dir nagt. Aber es wird nicht mehr möglich sein. Oder Du müsstest Dein Bett zu einem LKW umbauen. ( grins )

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

The maximum upload file size: 768 MB. You can upload: image, audio, video, document, spreadsheet, interactive, text, archive, code, other. Links to YouTube, Facebook, Twitter and other services inserted in the comment text will be automatically embedded. Drop file here

Related Post