Die Rettungssanitäterin / Der Rettungssanitäter

Ein Leben zwischen Herzschlag und Verantwortung!

Wie alles begann – Der Ersthelfer, der mein Leben veränderte!

  • Alles begann für mich im Jahr 1980, und im Rückblick war es wahrscheinlich einer der wichtigsten Schritte meines Lebens.
  • Ich, damals noch ein junger Kerl aus dem Kreis Heinsberg, musste den Ersthelfer-Kurs für den PKW machen, denn ohne diese Ausbildung lief damals nichts.

Ich erinnere mich noch gut an das Gefühl, dort zu sitzen – neugierig, aufgeregt und ohne zu ahnen, in welche Richtung mich dieser Kurs führen würde.

  • Mein Name ist Jakob Diener, ich bin freiberuflicher Redakteur und Journalist.

Der Ersthelfer ist der Mensch, der unmittelbar nach einem Unfall zum Lebensretter wird.

  • Wir lernten, eine Unfallstelle zu sichern, Verletzte anzusprechen, sie zu beruhigen und ihnen die Angst zu nehmen.
  • Ich lernte, wie man die stabile Seitenlage anwendet, wie man Blutungen versorgt, wie man Wiederbelebung durchführt und wie entscheidend es ist, Ruhe auszustrahlen, wenn andere in Panik geraten.
  • Genau diese Mischung aus Verantwortung und Menschlichkeit hat mich sofort gefesselt.
  • Und als mein Ausbilder bemerkte, wie leicht mir das Ganze fiel, ahnte ich selbst das erste Mal, dass in mir etwas schlummerte, das nur darauf wartete, geweckt zu werden.

“Der Weg zum Sanitäter – Eine Tür öffnet sich”

  • Als mein Ausbilder mich fragte, ob ich Interesse an einer Fortbildung zum Sanitäter hätte, musste ich nicht lange überlegen.

Die Ausbildung damals war anspruchsvoll.

  • Sie bestand aus Theorieunterricht, aus Stunden im Krankenhaus und aus praktischen Einsätzen in den Rettungswachen.
  • Schon damals dauerte die komplette Qualifikation mehrere Monate und war in Blöcke eingeteilt, damit man sowohl medizinische Grundlagen als auch den echten Einsatzdienst verstehen konnte.

Ich war sofort in diese Arbeit verliebt.

  • Menschen helfen zu können – am Unfallort, im privaten Zuhause, in Momenten, in denen sie am verletzlichsten sind – das gab meinem Leben einen Sinn.
  • Mein Ausbilder merkte schnell, wie schnell ich lernte, und fragte mich irgendwann, ob ich nicht Lust hätte, an einer Katastrophenschutzübung teilzunehmen.

“Heinsberg – Meine Heimat, mein Ausgangspunkt”

  • Heinsberg, meine Heimatstadt mit der Postleitzahl 52525, liegt im Westen Nordrhein-Westfalens, nur einen Steinwurf von der niederländischen Grenze entfernt.
  • Eine Region voller Felder, kleiner Orte, Menschen mit Herz und einer starken Gemeinschaft.
  • Von dort aus sollte eine der prägendsten Erfahrungen meines jungen Lebens beginnen.

Ich brauchte nur noch das Okay meines damaligen Arbeitgebers, der KVE Erkelenz.

  • Als die Genehmigung kam, stand meiner ersten großen Übung nichts mehr im Weg.

“Im Konvoi in die Eifel – Ein Abenteuer beginnt”

  • Wir fuhren damals im Konvoi los – einer geordneten Fahrzeugkolonne, bei der das erste Fahrzeug beflaggt ist und den Takt vorgibt, während das letzte Fahrzeug ebenfalls eine Flagge trägt, um das Ende des Zuges zu kennzeichnen.
  • In einem Konvoi fährt man geschlossen, niemals wird eine Lücke gelassen, und jedes Fahrzeug passt auf das andere auf.

Es ist ein bisschen wie im echten Sanitätsdienst:

  • Einer führt, der andere schützt, und gemeinsam wird kein Mensch zurückgelassen.
  • Unser Ziel war die Anlage Vogelsang in der Eifel.

Ein gewaltiger, historisch belasteter Ort.

  • Gebaut wurde Vogelsang zwischen 1934 und 1939 von den Nationalsozialisten, nicht als Konzentrationslager, sondern als Ordensburg – eine Schulungsstätte für ihren Führungsnachwuchs.
  • Ein Ort, der Macht demonstrieren sollte und heute mahnt, niemals zu vergessen, was Menschen einander antun können.
  • Wir bauten dort unsere Zelte auf, saßen abends zusammen, grillten, lachten und redeten, als würden wir uns schon seit Jahrzehnten kennen.

Und tatsächlich – diese Kameradschaft hat mich tief geprägt.

  • Das war das erste Mal, dass ich spürte, wie stark ein Team sein kann, das aus Herz, Mut und echter Hilfsbereitschaft besteht.

“Die Katastrophenschutzübung – Ein Flugzeugabsturz, der unter die Haut ging”

  • Die Tage danach verbrachten wir damit, uns auf das vorzubereiten, was kommen sollte, obwohl man eine Katastrophe nicht planen kann.

Dann kam der Höhepunkt:

“Eine groß angelegte Katastrophenschutzübung.”

  • Simuliert wurde ein Flugzeugabsturz, und selbst als junger Mann, der glaubte, schon einiges gesehen zu haben, traf mich die Realität dieser Übung mit voller Wucht.

  • Wir hatten einen Schminkmeister namens Erich – ein Mann, der sein Handwerk verstand.
  • Seine Aufgabe war es, die „Opfer“ so realistisch wie möglich herzurichten.

Und das tat er mit einer Präzision, die uns das Blut in den Adern gefrieren ließ.

  • Zerfetzte Kleidung, täuschend echte Wunden, Brandblasen, Schockzustände – es gab Kollegen, die erst einmal zur Seite gehen mussten, um sich zu übergeben.

Und doch war genau das der Sinn solcher Übungen:

  • Zu testen, wie wir reagieren, wenn plötzlich alles echt wirkt und man keine Zeit zum Nachdenken hat.

“Ein Jahr später – Der Vorschlag, der mein Leben veränderte”

  • Ungefähr ein Jahr nach dieser Übung trafen wir uns alle wieder, um die Ereignisse auszuwerten.

Und genau dort, zwischen Kaffee, Brötchen und Erinnerungszeichen, sah mich Erich an und sagte:

  • „Du hast das damals überragend gemacht.
  • Warum machst du nicht eine Fortbildung zum Rettungssanitäter?“

Ich ließ mir erklären, was das bedeutet.

  • Die Ausbildung zum Rettungssanitäter umfasste damals 520 Stunden.
  • Theorieunterricht, Klinikpraktikum, Rettungswachen Praktikum, Abschlussprüfungen – ein Gesamtpaket, das Verantwortung formte.
  • Die Prüfungen bestanden aus drei Teilen:
  • Einem schriftlichen Test, einer mündlichen Prüfung und einem praktischen Teil, bei dem man echte Fallbeispiele lösen musste.
  • Ich pendelte damals jedes Wochenende von Heinsberg-Dremmen über den Erkelenzer Bahnhof nach Bonn.

Die Fahrtkosten musste ich selbst tragen, aber das DRK stellte uns kostenlose Übernachtungen zur Verfügung.

Und als ich die Abschlussprüfung schrieb, gab es keinen Zweifel:

  • Ich wollte das nicht einfach bestehen – ich wollte es meistern.
  • Und so war es.

Ich bestand mit der Note 1-, und ich wusste:

  • Das hier ist mein Weg.

“Ein Leben im Dienst der Menschen – Jahrzehnte voller Herz und Pflichtgefühl”

  • Nach meiner bestandenen Prüfung verbrachte ich viele Jahrzehnte im Ehrenamt beim Rettungsdienst im Kreis Heinsberg.
  • Jedes Wochenende, denn zu dieser Zeit war ich Single und hatte alle Zeit der Welt, mich voll und ganz in diesen Dienst zu stürzen.

Wir hatten im Kreis Heinsberg mehrere feste Rettungswachen, an denen wir stationiert waren, verteilt über den gesamten Kreis.

  • Diese Wachen waren die Herzschläge unseres Einsatzgebietes – Orte, an denen wir warteten, übten, lachten, aber auch weinten, wenn Einsätze uns zu nahe gingen.
  • Es war ein Leben voller Verantwortung, voller Nähe zu den Menschen, voller Geschichten, die nur diejenigen verstehen, die selbst einmal im Blaulicht standen.

Für mich war es nicht einfach ein Ehrenamt – es war meine Berufung.

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